Nachdem wir am Abend vorher in der Spätvorstellung von Star Wars Episode 3 gewesen sind (der so ungefähr um 2 Uhr Nachts endete), fuhren wir am Samstag morgen — vollkommen erholt und sowohl körperlich als auch geistig auf dem Höhepunkt unserer Kräfte — gegen Oldenburg, um erstens das neue Set kennenzulernen und gleichzeitig einige Booster ins heimatliche Bundesland zu nehmen.
Den Sealedpool, den ich zuerst hatte, wurde nach der Randomisierung BerndB zugeführt, der damit das grünrote Deck bastelte. In der ersten Runde konnte ich einige Blicke auf ihn werfen, da er neben mir spielte, so bekam ich mit, wie er gegen seinen vierfarbigen Gegner, der gerade einmal zwei Kreaturen auf den Tisch bekommen hatte, mit Yamabushis Sturm zunächst beide wieder entsorgte und dann Jugan legte, wahrscheinlich um ihn vollends zu demotivieren. Nach der Runde wurde Bernd dann mitgeteilt, dass sein Gegner gar nicht vierfarbig war sondern nur dreifarbig — das Eiganjo Castle und die Ebene wären nur im Deck, weil er viele Legenden hätte, erklärte Bernds Gegner. Natürlich hatte er wegen Manaproblemen verloren (er hatte 6 Länder im Spiel und klagte über Manascrew).
Eine Runde später kam Alex unter Bernds Räder, dann waren aber anscheinend die Grenzen des Decks erreicht — 3-3 war sein Endergebnis.
Mein Pool sah auf den ersten Blick sehr lustig aus. Ich hatte in den drei Saviors Boostern drei grüne Rares bekommen, eine für fünf, eine für sechs und eine für sieben Mana.
9
Forest
6
Mountain
2
Swamp
1
Lantern-Lit Graveyard
1
Promised Kannushi
1
Heart Kami
1
Orochi Ranger
1
Ember-Fist Zubera
1
Akki Underling
1
Akki Drillmaster
1
Brutal Deceiver
1
Kashi-Tribe Reaver
1
Burr Grafter
1
Order of the Sacred Bell
1
Feral Deceiver
2
Okina Nightwatch
1
Scuttling Death
1
Arashi, the Sky Asunder
1
Moss Kami
1
Masumaro, First to Live
1
Bounteous Kirin
1
Time of Need
1
Barrel Down Sokenzan
1
Blind with Anger
1
Rend Spirit
Bei meinem ersten Gegner ging es schon los mit einem Thema, das sich durch das ganze Turnier ziehen würde. Saviors of Kamigawa ist ja das "Hand"-Set, die Zahl der Handkarten ist also ziemlich wichtig, im Endeffekt heißt das so wenig Länder spielen wie nötig und so wenig frühe Sprüche spielen wie möglich. Mein Gegner im ersten Match legte in der vierten Runde [car]dSecretkeeper, dem ich nicht wenig Respekt entgegenbrachte, immerhin hatte ich nur vier Handkarten, genauso viele wie mein Gegner, der aber noch eine ziehen würde. Gegen vier Schäden aus der Luft kann mein Deck auch nicht wirklich viel ausrichten, die einzige Karte, die da etwas machen kann ist Arashi, the Sky Asunder.
Wie dem auch sei, mein Gegner zog seine Karte, was ihn mit seinen fünf Karte ziemlich gut aussehen ließ gegen meine vier, legte dann ein Land (was dann schon weniger gut aussah), spielte eine Kreatur (ahh... ja) und frage mich dann — natürlich — wieviel Karten ich auf der Hand hätte. "Vier", antwortete ich und er guckte ein wenig irritiert auf seine drei Handkarten; ich bin mir aber nicht sicher, ob er sich gerade seines Fehlers bewusst geworden war, denn nächste Runde musste ich Okina Nightwatch spielen, so dass sich meine Handkarten auf drei reduzierten; wonach er ebenfalls ein Land legte und dann wieder nicht mehr Handkarten hatte als ich. Das hatte den doppelten Effekt, dass ich plötzlich mehr Handkarten hatte als er und so schlug die Nachtwache für 7 und dann nochmal, während er weiter Länder legte...
Im nächsten Spiel fängt mein Gegner an und ich spiele in Runde 2 Akki Underling. In Runde 3 habe ich also 7 Karten auf der Hand und greife mit 4/2 First Strike an. Eigentlich hatte ich vor, nach dem Kampf ein Land und eine Kreatur zu legen, als der Gegner aber blockte, konnte ich einfach nur ein Land legen und nächste Runde gleich nochmal für 4 angreifen. Diesmal lies er durch.
Jedenfalls hatte ich dadurch dass ich Runde drei nichts gespielt hatte und er mehrere kleinere Kreaturen gespielt hatte, mehr Handkarten als er, so dass die Okina Nightwatch mal wieder 7/6 war. An dieser Stelle fand der Gegner es wohl gut,
Ideas Unbound zu spielen (eine gezogene Karte konnte er noch ausspielen), so dass er am Ende des Zuges auf jeden Fall weniger Handkarten hatte als ich...
Das zweite Spiel in Runde 2 trug sich ungefähr so zu:
Wir beide spielen nichts die ersten drei Runden, ich spiele in Runde vier Order of the Sacred Bell, er spielt
Burning-Eye Zubera, ich spiele Okina Nightwatch, er sagt "das kann ich schon lange" und spielt auch eine, hat aber weniger Handkarten als ich. Das Zebra hält den 7/6er aber trotzdem ganz gut in Schach. Ich lege noch eine Nightwatch, was er dann nicht mehr so toll findet, da er nichts zum Spielen hat, dann spiele ich Blind with Anger auf seine Okina Nightwatch, die auf einmal ebenfalls auf 7/6 anwächst und greife für 18 an. Good Game

.
In Runde 3 wurde mir die Schwachstelle des Decks gezeigt. Mein Gegner fing an mit Eight-and-a-half Tails, Kitsune Blademaster und als ich auch in Runde drei keine Kreatur legte, kam noch Nezumi Ronin. Mir fallen spontan zwei Karten ein, die das Spiel noch hätten gewinnen können: Final Judgment und Hideous Laughter.
Das Problem waren einfach die ersten beiden Runden. Eigentlich war es für das Deck gerade gut, dass ich relativ wenig kleine Kreaturen hatte, da sich dies positiv auf die Anzahl der Handkarten auswirkte (manchmal habe ich auch eher irrelevante Kreaturen gar nicht erst ausgespielt), allerdings 8,5 Schwänze macht einen da schon mal einfach weg

.
Zwei sehr alberne Uncommons aus der neuen Edition sind
Hail of Arrows und
Ghost-Lit Raider. Gegen Hail of Arrows habe ich ein Spiel verloren, als mein Gegner einfach 11 Mana tappte und meinen Bounteous Kirin und Okina Nightwatch entsorgte.
Ghost-Lit Rider ist auch so eine alberne Common, zwar nicht so gut wie Sparksmith, aber in diesem Block, der voll von kleinen Kreaturen ist, unheimlich gut. Ich dachte auch schon, ich würde Runde drei verlieren, denn nach Achteinhalb Schwänzen im ersten Spiel legt er mit im zweiten Spiel den Rider auf den Tisch. Zum Glück hatte erRunde 2 nichts gespielt, so dass ich nicht unter allzu großen Druck geriet (obwohl die Hälfte meiner Handkarten nutzlos war: Feral Deceiver, Brutal Deceiver, Heart Kami und so). Stabilisieren konnte ich mich dann mit Okina Nightwatch und Moss Kami, die er erst einmal nicht weg bekam, denn obwohl die Nightwatch nur 4/3 war widerstand sie seinem Geist. Nach und nach zeigten sich dann Arashi, der seine Flieger entsorgte und den Weg für Bounteous Kirin frei machte, eine zweite Nightwatch und Masumaro. Beim Angreifen störte mich allerdings mal wieder 8,5 und Kuro's Taken.
Eine interessante Situation tauchte dann auf, als ich Scuttling Death zog, der ja Kuro's Taken entsorgen konnte und das auch noch möglichst in der gleichen Runde machen sollte, weil mein Gegner halb ausgetappt war. Folgende Konversation:
Me: Scuttling Death
Opp: Ok.
Me: (legt Scuttling Death in den Friedhof) Ich geb dem Kuro's Taken -1/-1.
Opp: (guckt sich Scuttling Death an, legt den wieder ins Spiel) Hmm...
(Guckt auf Eight-and-a-Half Tails)
Me: (Grinst, legt ihn wieder in den Graveyard) Nene, der ist schon im Graveyard
Opp: Hmm, ich will aber auf den Scuttling Death reagieren.
Me: Aber du hast schon "Ok" gesagt.
Opp: Nein, ich habe "Moment" gesagt.
Me: Nein, du hast "Ok" gesagt.
Opp: Hmm, Ok, dein Spiel.
Der Trick wäre halt gewesen, Scuttling Death Weiß zu färben, während es noch auf dem Stack ist, da man sonst keine Priorität mehr hat, um Scuttling Death Weiß zu färben.
Die lustigste Runde war eigentlich gegen Johannes Korbmacher, wo man uns dann auch sagte, wir wären nicht ganz ohne Wortwitz bei der Sache... Wir waren beide Rotgrün und das Match war ziemlich spannend. Auf seiner Seite war Godo mit seinem Schlägel, auf der anderen Seite Okina Nightwatches und andere High-End Fatties. Es war ein spannender und epischer Kampf, bei dem ich im dritten Match den Sieg davontrug... Props also an Johannes... lass uns öfter mal zocken!
Mein Gesamtergebnis war dann 5-0-1, was für mich ziemlich überraschend war. Das lag bestimmt nicht unbedingt an meinem Deck. Mein Deck war ohne Zweifel ganz gut (ein wenig removal und einige Highlights wie Blind with Anger und die drei Rarespoiler), aber so gut nun auch wieder nicht. Ein Deck mit nur vier 2-drops und zwei 3-drops wird normalerweise von jedem schnellen Deck eingestampft. Dass ich trotzdem ungeschlagen geblieben bin, lag großteils daran, dass schnelle Decks eher Mangelware waren, zumindest bei dem, was ich gesehen habe. Und auch daran, dass Okina Nightwatch viel öfter 7/6 war als es nötig gewesen wäre.
Hiermit verabschiede ich mich und wünsche euch ein gutes Ergebnis bei den Instores
Matthias
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