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. How to win bad Matchups

Turnierbericht vom Grand Prix Kopenhagen

von Matthias Ludewig am 15.11.2005

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Über diesen Artikel: Der Artikel vom Extended Grand Prix Kopenhagen im November 2005. 14 Runden Turnierbericht und 250 $...

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Der Grand Prix Kopenhagen sollte für mich das erste Magic Turnier nach drei Monaten Magic-Pause werden, sowie der erste Grand Prix seit dem Grand Prix Zürich vor anderthalb Jahren.

Richtig getestet wird bei uns natürlich nicht mehr, also musste das anschauen der Pro Tour Top 8 Decklisten reichen.

Nach kurzem ICQ-Chat mit Sebastian Homann (der immerhin in Los Angeles war) stand das Deck fest:

[20:48] 1:0 klasnic...: also was zockst du beim GP?
[20:48] ...Sebastien...: kA
[20:48] 1:0 klasnic...: k
[20:49] ...Sebastien...: :-)
[20:49] 1:0 klasnic...: ich würd jetzt einfach das loamtog zocken
[20:49] 1:0 klasnic...: was sagst du dazu?
[20:49] ...Sebastien...: also
[20:50] ...Sebastien...: ich würde es an deiner stelle nicht zocken, weil es viel zu kompley ist und du dich ständig frisieren würdest, weil du atm nicht so mega der player bist.
[20:50] 1:0 klasnic...: hehe
[20:50] 1:0 klasnic...: stimmt wohl
[20:51] 1:0 klasnic...: also mit rdw oder affinity auf die nase bekommen?

Affinity fand ich dann doch zu schlecht. Affinity und Boros Deck würden ziemlich häufig gespielt werden, dachte ich mir, weil man da weder Karten noch Skill für braucht, während man für Tog wenigstens Skill braucht. Und da Boros Deck gegen Affinity gewinnt, war das Deck klar:

Das Deck
Boros Deck Wins oder Pommes Rot/Weiß

4 Sacred Foundry
3 Mountain
1 Barbarian Ring
4 Bloodstained Mire
4 Wooded Foothills
2 Windswept Heath
1 Plains
1 Eiganjo Castle
1 Shinka, the Bloodsoaked Keep

4 Savannah Lions
3 Isamaru, Hound of Konda
4 Grim Lavamancer
4 Goblin Legionnaire
3 Kataki, War's Wage

4 Firebolt
4 Lava Dart
4 Lightning Helix
4 Molten Rain
3 Pillage
2 Pithing Needle


Das Sideboard wurde erst vor Ort erstellt, als ich zufällig doch noch Fledgling Dragons bekommen hatte. Der Marten wollte dann unbedingt noch ein Land ins Board forcen, um die Manabasis im Mirror zu verbessern, wenn man sechs 4cc Spells reinboardet.

Jitten auf dem Board wurden ansonsten als schlecht empfunden, weil man sie eh nur im Mirror boarden würde (und gegen komische Kreaturendecks, gegen die man eh gewinnt), der Gegner aber a) eine Antwort auf die Jitte in Form von Pillage hat und b) einem normal einfach die Kreaturen wegmacht so dass die Jitte tot ist (wenn der Gegner eine Kreatur erstmal nicht handlen kann sondern ein Removal erst topdecken muss, gewinnt man normalerweise eh).
Ansonsten wurde Purge für schlecht befunden, weil man damit eh nie einen Tog smothern wird (der Togspieler bringt Duress) und gegen alles andere Disenchant besser ist (unter anderem gegen Sphere of Law, und gegen Affinity eigentlich auch).

//Sideboard (designed by MartenJ)

3 Flametongue Kavu
3 Fledgling Dragon
2 Pithing Needle
1 Mountain
1 Pillage
3 Blood Moon
2 Disenchant

Ich würde an dem Board nichts verändern, die einzige Karte, die man noch testen kann ist Pyrostatic Pillar, die ganz gut sein könnte gegen Tog, gegen andere Controldecks und gegen Combo. Dafür müsste man dann aber Blood Moon cutten.
Eventuell reichen auch 3 Needles zwischen Maindeck und Sideboard aus.

Ansonsten kann man nochmal eine Version mit Char statt Pillage im Maindeck testen, das könnte auch gut sein.

Zurück zum eigentlichen Thema, dem Turnierbericht. Die 500 km bis Kopenhagen konnten mit dem Auto von Bodos Eltern recht gut bewältig werden. Außerdem dabei waren ab Bremen Michael Leicht sowie Hendrik-Malte Brötzmann. An der Raststätte Hamburg-Stillhorn stieg dann noch Andreas Schraut hinzu. Und ab ging es zur Fähre ab Puttgarden auf Fehmarn, mit der wir nach Dänemark übersetzten.

Bodo wollte Psychatog spielen, und zwar die Oldschool-Version von Olivier Ruel, die die Pro Tour schließlich auch gewonnen hatte. Hendrik wollte genau wie ich Red Deck Wins spielen. Michael hatte sich für das Madness-deck mit Psychatog von Billy Moreno entschieden. Und Schraut wollte ein Deck mit zwölf Elfen spielen (wovon vier gar keine Elfen sondern Birds waren), einfach schwarz-grün-weiß mit der Combo Troll Ascetic / Armadillo Cloak. Was gegen mich dann auch oft genug funktionierte.

Schließlich kamen wir in Kopenhagen an und fanden schließlich auch unsere Unterkunft, nachdem wir einen freundlichen Mann bei einem McDonalds nach dem Weg gefragt und dabei herausgefunden hatten, dass wir genau auf der entgegengesetzten Seite der Autobahn waren, als wir gedacht hatten.
Wir wollten mit mit fünf Braunschweigern - mir bekannt waren Stefan Richter, Björn Müller und Fabio Reinhard - ein Haus mieten. Die wollten eine Stunde vor uns losfahren und so waren wir überrascht, dass wir, als wir an der angegebenen Adresse klopften keine bekannten Gesichter vorfanden sondern einen alten Mann vorfanden, der ca. 3 Worte Englisch verstand. Das war aber scheinbar kein Problem, denn er winkte uns sofort herein und übergab uns den Schlüssel. Mit Händen und Füßen einigten wir uns, dass wir morgen um 8.00 Uhr bezahlen wollten.

Danach wurde erst einmal eine SMS an Fabio geschrieben, ob sie Hilfe bei der Wegfindung bräuchten. Es dauerte recht lange, bis die Antwort kam, die da lautete: "Hey ho! Habt ihr die Schlüssel problemlos bekommen? Wir sind noch gerade in Braunschweig in der Weststadt was Essen gegangen, wir sehen uns dann so um 2 oder 3!"
In Wirklichkeit waren sie um halb fünf da. Day 2 gemacht hat übrigens keiner von denen...


Nun aber befinden wir uns schon am nächsten Morgen. Ohne Frühstück geht's zu ersten Runde:


Runde 1: Müller, Björn [DEU]

Tja, da fährt man 500 km und darf dann in Runde 1 direkt gegen einen Roommate ran. Nebenbei sind wir aus unserem Haus so ziemlich die einzigen, die die erste Runde spielen müssen.

Obendrein hat er übrigens das Antideck. Grün/Weiß Madness, mit Tireless Tribe (für sich genommen schon total ätzend), Wild Mongrel, Anurid Brushhopper (die Hälle), und Glory. Spiel 1 fehlt mir tatsächlich nur 1 Schaden, bevor ich tot bin. Spiel 2 macht er tatsächlich den Fehler, seinen Mongrel vor einer Lightning Helix zu retten, was einen toten Mongrel und Kartennachteil für ihn zur Folge hat, weil ich natürlich Firebolt habe, aber er hat trotzdem absolut keine Probleme, zu gewinnen, weil er einfach Anurid Brushhopper auslegt. Flametongue Kavus zeigen sich übrigens nicht.

0-2, total 0-1

Bodo, Hendrik und Schraut waren währenddessen beim Supermarkt so dass es wenigsten etwas zu Essen gab. Lecker schlabbriges Toast mit Doppelkäse und Doppelsalami. :-)


Runde 2: Nørgaard, Mikkel [DNK]

Das erste Spiel ist das kürzeste des ganzen Turniers: Ich gewinne den Würfelwurf, und lege Sacred Foundry, Savannah Lions, er hat Darksteel Citadel, Arcbound Worker, Ich hingegen Mountain und Kataki, War's Wage. Eine Karte zieht er noch, dann gibt er auf.


Im zweiten Spiel spielt er in Runde 2 Arcbound Ravager und Ornithopter, blöderweise habe ich kein Burn sondern nur 2 Pillage, die natürlich unheimlich langsam sind. Den Ornithopter muss ich handeln, bevor ich den Ravager zerstören kann, aber kurze Zeit später ist offensichtlich, dass ich dieses Spiel nicht gewinnen kann: Er zieht nämlich noch zwei Arcbound Ravager, Doppelpillage ist dagegen einfach zu wenig.

Ich halte dann nach Mulligan eine etwas wacklige Hand mit Kataki aber ohne weiße Manaquelle (zwei Mountains und Barbarian Ring), ziehe aber in Turn 4 Plains für Kataki. Er entschließt sich, seine Pithing Needle und den Myr Enforcer zu behalten. Da er aber nur ein Glimmervoid hat, muss er jede Runde ein Artefakt mehr opfern, ich warte einfach ab, bis er nichts mehr hat und gewinne.

Nach dem Spiel zeigt er mir seine Engineered Plague und sagt, er hätte sie in Runde 4 nicht legen können, weil er den Kreaturentyp von Kataki nicht gekannt hätte. Warum er nicht den Judge gerufen und den gefragt hat? "Don't know", sagt er.

2-1, total 1-1


Runde 3: Asböck, Bernhard [AUT]

Mirror ist immer ziemlich random. Besonders Red-Deck-Wins-Mirrors. Der Plan war, Land-destruction drin zu lassen und Flametongue Kavu und Fledging Dragon sowie den einen Mountain zu bringen. Savannah Lions und Kataki sind eh Versager in dem Matchup, Pithing Needle kann auch verhältnismäßig wenig.
Meistens gewinnt der, der genau die richtige Anzahl Länder zieht. Nicht zu wenig, weil dann kann einen der Gegner screwen mit seiner Land Destruction, aber mehr als drei oder vier will man zumindest vor dem Boarden nicht haben.
Spiel 1 war mir der richige Mix vergönnt, und als er dem Tot durch einen Firebolt noch einmal mit einer Lightning Helix auf mich von der Schippe springen konnte, lag meine eigene Helix oben.
Spiel 2 war ich ein wenig geflutet mit Ländern, was aber ganz gut war, so machte sein LD recht wenig, während er dank meines Molten Rains nicht über drei Länder hinaus kam. Nach dem Spiel revealte er dann seine Hand mit 3 Fledging Dragons und 2 Flametongue Kavus.

2-0, total 2-1


Runde 4: Will, Marian [DEU]

In Runde vier sah ich mich dann einem Typ 2 Deck gegenüber, sehr ähnlich dem von Julien Nujten, mit dem er die Worlds gewonnen hatte: Stumpf Grün/Weiß Slide mit Eternal Witness, Astral Slide und Wrath of God. Die einzige Neuerung, die ich erkennen konnte, war Life from the Loam, sowie Sphere of Law, die natürlich das ohnehin schon gute Matchup für ihn nicht wirklich schlechter machen.

Spiel 1 kann ich ihn immerhin damit überraschen, dass Pithing Needle das cyclen von Renewed Faith verhindern kann, was aber komplett irrelevant war, da er auf 17 Leben mit Astral Slide und Eternal Witness im Spiel nicht wirklich in Gefahr war. Ein Eternal Dragon haut mich dann von rund 15 Leben auf 0.

Spiel 2 hält er dann die Hand mit 3 Ländern und 4 Wrath of God, zieht skillful den Tribe-Elder von oben, so dass der trotz LD von mir Runde 4, 5 und 6 Wrath spielen kann, danach legt er zwei Sphere of Law und zwei Astral Slide auf den Tisch, woraufhin ich einfach mal zusammenschiebe.

Sehr ärgerliche Niederlage. Durch die geringe Spielerzahl würde zu 2 zwar wahrscheinlich für den zweiten Tag reichen, aber dafür müsste ich jetzt noch vier aufeinanderfolgende Runden gewinnen. Der Vorteil: ich kann - wie sagt der Fußball-Kommentator - "befreit aufspielen", weil ich es wahrscheinlich eh nicht schaffen werde.

Eine weitere Runde hat Marian Will mit seinem Slide-Deck (jetzt mit 3-1) übrigens nicht gewonnen...

0-2, total 2-2


Runde 5: Schatz, Markus [DEU]

Sichtlich frustriert ist mein nächster Gegner: Markus ist mit dem 2-2 Ergebnis sicherlich genauso unzufrieden wie ich. Ich weiß, dass er Goblins spielt, weil wir uns vorher unterhalten haben, habe aber nicht wirklich die Ahnung ob das jetzt gut oder schlecht ist. Eigentlich kann man sich das aber schon denken, dass es nicht gerade gut für ihn aussieht: wenn ich Warchief und Piledriver töte, dann bleibt eigentlich nicht mehr wirklich viel gutes übrig. Lava Dart soll auch gut sein in dem Matchup, hat man mir gesagt...

Spiel 1 konnte ich seinen frühen Kreaturen gut entsorgen, bis er sich mit Sparksmith ein wenig stabilisierte. Einen Grim Lavamancer musste er dann aber abschießen, was ihn auf 5 Leben brachte und damit in die Reichweite von Lightning Helix und Firebolt.

Spiel 2 lief ebenfalls ganz gut nach Plan, bis er auf 18 Leben ein Sun Droplet legte. Dagegen anzuracen war ziemlich schwierig, und vor Allem nervig zu schreiben. Ich habe dann doch die einfachere Version vorgezogen, und einfach seine Startlebenspunktzahl aufgeschrieben, so dass man einfach nur die Marken auf dem Sun Droplet davon abziehen musste. Besonders viel Druck konnte er aber nicht machen. Ein Flametongue Kavu konnte das ganze schon etwas beschleunigen und ich dachte schon, ich würde es schaffen ihn trotz Sun Droplet zu töten und fing schon wieder an, die Lebenspunkte richtig mitzuschreiben. Dann kam aber ein Sparksmith zusammen mit Goblin Sledder, die meinen Flametongue Kavu und meinen Isamaru entsorgen konnte, bevor ich beide mit Lava Dart entsorgen konnte. Nun waren Board und Hand auf beiden Seiten leer. Endlich kam dann mal das Pillage um Sun Droplet mit ihm auf 11 Leben zu entsorgen. Und während ihm sein Deck Land, Land, Land gab, gab mir meins Isamaru, Firebolt und Lightning Helix.

2-0, total 3-2 three to go


Runde 6: Lunau, Anton [DNK]

2-0, total 4-2 two to go


Runde 7: Skorolupov, Nikolai [EST]

2-0, total 5-2 one to go

Diese beiden Runden lässt mich leider mein Gedächtnis im Stich. Keine Einzelheiten sind verblieben, nur noch, dass meine Gegner beide GBw gespielt haben, ich habe Birds weggebrannt, und habe Pithing Needle auf Deed gelegt (welches übrigens sowieso nicht allzu schlimm ist, wenn man sich nicht overextended).

Ich habe übrigens, wenn der Gegner anfing und First Turn Bird legte, trotzdem in meinem Zug Savannah Lions oder Isamaru gespielt und den Manaproduzenten erst die nächste Runde kaputt gemacht.
Die Risiken sind eindeutig: Der Gegner kann in Runde 2 Troll Ascetic legen, was er sonst nicht kann. Aber: Man will um jeden Preis in die offensive Rolle kommen. Spielt man das Control-deck wird man wohl verlieren, weil man nicht alle gegnerischen Kreaturen abschaffen kann und die eigenen Viecher einfach schlechter sind als die vom anderen.
Und: Die Anzahl Schaden, die man dem Gegner zufügen kann, bleibt dieselbe. Legt man eine Kreatur in Runde 1 und der Gegner den Troll, dann kann man angreifen, weil der Gegner wohl nicht traden will. Sonst legt er ihn eine Runde später und man hat aber auch gerade erst die Kreatur gelegt. Außer dem Troll kann der Gegner das Mana aber in der Runde eigentlich nicht nutzen.

Die beiden Matches hatten übrigens eines gemeinsam: Beide Gegner haben mir versichert, sie hätten ein gutes Matchup gegen Boros Deck Wins.


Runde 8: Shaw, Patrick [DEU]

Gegen ein grünweißes Deck geht's in Runde 8 um den Einzug in Tag 2. Birds hatte er und Elfen, sowie Call of the Herd, Troll Ascetic und Loxodon Hierarch. Alles in Allem fand ich das aber relativ unbeeindruckend. Troll und Hierarch sind zwar ziemlich gut gegen mich, aber ansonsten stört er mich eigentlich so gut wie gar nicht. Hierarch insbesondere macht zwar 4 Leben, stirbt aber auch an Lightning Helix und Lava Dart Flashback stirbt er auch.

Nebenbei bemerkt: Die beiden immer in dieser Reihenfolge spielen, ansonsten opfert er und man bekommt keine 3 Leben.

Ein Troll Ascetic ist meistens auch nicht das ganz große Problem. Zweifellos gut, aber es ist auch meistens umständlich, immer das Mana für die Regeneration offen zu halten. Solange kein zweiter kommt oder vor Allem Armadillo Cloak drauf ist noch alles gut.

Eingeboardet wurden dann Fledging Dragons auf die er überhaupt keine Antwort hatte. Fairerweise muss man aber sagen, dass ich mich mal wieder halb frisiert habe und überhaupt nicht an Worship gedacht habe: Wozu spielt man sonst Grün/Weiß wenn nicht für Troll Ascetic Worship gegen Rote Decks. Ich hätte Disenchant einboarden müssen, so wäre es für mich Game Over gewesen, hätte er Worship gezogen. Das blieb aber glücklicherweise aus und so konnte ihn der Babydrache ungestört töten.

Er erzählt mir, dass er heute vor mir schon drei Boros Decks besiegt hat. Tja...

2-0, total 6-2


Zeit für Day 1 Wrapup: Bodo natürlich der Star mit 7-0-1, ich mit 6-2 auf den sechzigsten Platz (sehr schlechter Opponentscore danke Niederlage in der ersten Runde). Michael 3-3 mit zwei Byes. Schraut nach 4-0 noch das 4-4 geschafft. Hendrik auch 4-4.
Der einzige Hamburger im zweiten Tag ist Sebastian Homann mit Tog (so ziemlich dasselbe Deck wie Bodo), genau wie ich mit 6-2. MartenJ bei 5-2-1 ("das ist save", war es aber nicht), Kai auf dem 65sten Platz, wenn auch einen ganzen Punkt weniger als der 64ste.

Nach Ende der Runde dauert es dann noch ca. anderthalb Stunden bis die Standings aufgehängt werden, weil es irgendwelche Probleme an Tisch 85 gibt (der in der Tat für die Endstandings so wichtig ist wie Heartwood Shard für ein Affinitydeck). Endlich werden vorläufige Standings ausgehängt und einer der beiden disqualifiziert. Hier steht, warum das ganze. Vor Ort wusste es keiner genau und ich war eigentlich nur noch unendlich kaputt, weil ich den ganzen Tag schon Halzschwerzen gehabt hatte und Schnupfen und mich eigentlich nur noch nach meinem Bett sehnte.

Dann gings endlich zurück, zu schönen 8 Stunden Schlaf, die diesmal nicht einmal unterbrochen wurden.

Um 8 Uhr am nächsten Tag ging's gleich weiter.


Runde 9: Valori, Kim [FIN]

Ich habe erst beim Angucken der Gegnernamen festgestellt, dass ich in Runde 9 gegen den späteren Finalisten gespielt haben, Boros Deck Wins Mirror.

Spiel 1 geht an mich: Er kann sich scheinbar nochmal auf einem Leben stabilisieren indem er Goblin Legionnaire spielt und somit meine Burnsprüche verhindern könnte, ich ziehe aber Lava Dart, wovon er nur eine Hälfte verhindern kann.

Spiel 2 halte ich eine 3 Land Hand und sterbe mit einem Land im Spiel, weil kein weiteres mehr nachkommt - seine Land Destruction tut ihr übriges.

Dann mache ich den Fehler, eine crappige Hand zu halten: 5 Länder, Goblin Legionnaire und Flametongue Kavu, was gegen eine Hand mit viel LD bestimmt ziemlich gut ist. Aber leider hatte er die kleinen Kreaturen und ich kein Burn, so dass der Kavu deutlich zu langsam war. Vor Allem da auch noch ein paar Länder nach kamen.

Note to self: Fünf Länder hält man eigentlich nie, mit Boros Deck doppelt nicht und im Boros Deck Mirror vierfach.

1-2, total 6-3


Runde 10: Jaklovsky, Lukas [CZE]

Wieder ein Mirror: Das erste Spiel ging wieder an mich und das zweite Spiel zeigte der Fledging Dragon dann mal wie gut er ist: Angriff für 10 und nochmal für 10 macht 20 :-).

Wenn im Mirror ein Firebolt an den Kopf gezielt wird, wenn man noch auf über 10 Leben ist, ist dieses ein sicheres Zeichen dafür, dass nächste Runde der Fledging Dragon kommt und nur noch eine Karte für Threshold fehlte.

Immerhin jetzt 7-3 und der komplette Fehlstart in den zweiten Tag ist erstmal abgewendet.

2-1, total 7-3


Runde 11: Homann, Sebastian [DEU]

Da ist es endlich, das schlechte Matchup. Und auch noch gesteuert vom Hamburger Mate. Psychatog eben. Gerade hatte er schon mal gegen Boros Deck verloren. Und so mies, wie das Matchup ist, konnte das ja nicht zweimal hintereinander passieren.

Aber es kommt, wie es kommen muss: Das erste Spiel gewinne ich plangemäß, und das zweite irgendwie auch. Fairerweise muss man auch sagen, dass er in keinem Spiel einen Force Spike gezogen hat, und auch kein Darkblast kam. (Im Gegensatz zu Julien Nujten, der ihn einfach gegen Boros Deck immer auf der Starthand hat.)

2-0, total 8-3


Runde 12: Ruel, Antoine [FRA]

Bis jetzt hatte ich eigentlich nur gegen NoName Gegner gespielt, jetzt kam mal ein "etwas" bekannterer. Ärgerlich nur, dass er das Deck spielt, mit dem er die Woche vorher die Pro Tour gewonnen hat und das MatchUp katastrophal ist (siehe letzte Runde). Gegen seinen Bruder mit Affinity hätte ich lieber gezockt, aber der ist in den Standings etwas weiter oben (hat gerade gegen Bodo gewonnen).

Wir chatten noch ein wenig über Fußball (das 4:3 von Werder gegen Udine fiel ihm ein, als er hörte, das ich aus Bremen bin) und einigen uns, dass die Bundesliga immerhin nicht ganz so langweilig ist wie die Ligue 1 oder die Premier League.
Dann geht's aber richtig los, ich gewinne den Würfelwurf und fange an mit Sacred Foundry, Pithing Needle auf "Psychatog". "Yes, that's the problem", seufzt er.

Für meinen Goblin Legionär hat er weder einen Force Spike, noch ein Smother und so wird er recht schnell tot getreten.

Das Spiel 2 verliere ich gegen Removal, Counter und Meloku.

Und jetzt kommt Spiel 3: Um es vorweg zu nehmen: Mulligan auf Savannah Lions oder Isamaru hätte gewonnen, auch wenn ich dazu auf 2 Handkarten hätte runtergehen müssen. Er bleibt nämlich bis Runde 10 auf zwei Inseln stehen und discardet ein ums andere Mal. Ich habe aber in der ersten Runde nur eine Pithing Needle, für meinen Goblin Legionnaire hat er den Spike und weitere Spells ziehe ich nicht. bis Runde 10 lege ich jede Runde ein Land (ich fetche sogar einmal vergeblich, weil ich vergessen habe, dass ich einen Mountain gecuttet habe für einen Barbarian Ring). Insgesamt ziehe ich 3 Pithing Needle, 3 Bloodmoon, die aber allesamt nicht besonders beeindruckend sind. die Needles liegen recht bald auf Psychatog und Engineered Explosives, und er hat auch keine Chance mehr, die wegzubekommen weil er Boomerang rausgeboardet hat, aber auch 1/2er gewinnen das Spiel, wenn der Gegner nichts außer Ländern zieht.
Währenddessen sammelt sich ein riesiger Haufen von Franzosen um unseren Tisch, Olivier Ruel, Raphael Levy etc. sind wohl sichtlich amüsiert von diesem albernen Spielverlauf. Am Ende gewinnt aber dann doch der Pro...

1-2, total 8-4


Runde 13: Diezel, Michael [DEU]

Mal wieder ein Deutscher. "Der Diezel spielt Overgrown Estate/Nefarious Lich Combo und ist damit in den zweiten Tag gekommen", hatte man sich am Vortag erzählt. Noch schnell Bodo gefragt, ob ich mich da richtig erinnere und frohgemut ins Match gegangen.

Wenn man sein Deck kennt, wird es dadurch natürlich gleich deutlich schlechter und so gefiel es ihm auch nicht besonders, dass ich Runde 3 Pithing Needle auf Overgrown Estate legte. Da er sie aber nicht mal hatte, störte auch das Deed nicht allzusehr, vor Allem, da auch noch ein Tainted Pact fizzelte, und wir konnten bald für das zweite Spiel mischen.

Hier konnten nun endlich mal die Blood Moons zeigen, was sie können, denn seine Mana Basis schien wie gemacht, um sie mit Blood Moons zu zerstören. Als Basic Lands habe ich nur Swamps gesehen und ansonsten wurde die Manabasis, die sowohl BWG als auch BBBB braucht neben Fetchländern und Painduals mit den Torment Painted Lands gesichert.
Im zweiten Spiel lege ich Isamaru und Goblin Legionnaire, dann in Runde 3 Pithing Needle auf Overgrown Estate. Er hat währenddessen einen Sakura Tribe-Elder gespielt und legt dann Pernicious Deed mit einem Mana offen. Ich spiele nach dem Angriff eine zweite Needle, so dass er gezwungen ist, das Deed für {1} zu zünden, so dass der Legionnaire liegen bleibt (sonst sperrt ihm die Needle das Deed ein). Die Needle, die nun ins Spiel kommt, geht wieder auf Overgrown Estate. Bald hat er aber ein zweites Pernicious Deed sowie ein Overgrown Estate, was ihm praktisch ungefähr 20 Leben zurückgibt. Mit nun leerem Board ziehe ich einen Blood Moon, überlege noch kurz, ob ich nicht zuerst "Go" sagen soll um die Lightning Helix zu verbrauchen, die ich sonst nicht mehr casten kann, entscheide mich aber dagegen und lege Blood Moon. Zum Glück, denn er hat Nefarious Lich auf der Hand und hätte mich direkt getötet. So hat er nur noch 2 Sümpfe über und kann den Lich nicht legen.

Bei mir kommt ein Grim Lavamancer, der allerdings nicht allzu beeindruckend ist, denn bald ist der Graveyard leer und er beginnt für 1 zu hauen (was nur bedeutet, dass Michael alle drei Runden ein Land opfern muss). Währenddessen ziehen wir beide munter Karten, die wir nicht casten können. Ich Savannah Lions und Lightning Helixes, er wahrscheinlich Sakura Tribe-Elder und so weiter.

Mit ihm auf einem Leben ziehe ich Pithing Needle, überlege kurz und lege sie aus. Er sagt "OK!", ich sage "Overgrown Estate" und in dem Moment bemerkt er seinen Fehler, schlägt sich an die Stirn und sagt "Was bin ich schlecht". Der Grim Lavamancer bringt ihn dann auf 0.
Andererseits hätte ihn das vorsorgliche Opfern von Ländern auch nur noch befristet am Leben gehalten, den Blood Moon hätte er wahrscheinlich nie wegbekommen.

Das Matchup gegen BDW sei aber ganz gut für sein Deck, sagte der MDiezel.

2-0, total 9-4.

Noch einmal gewinnen für Geld! Drawen geht nicht, weil ich den schlechtesten Opponent Score aller Spieler mit 27 Punkten habe.


Runde 14: Rizhikov, Pavel [LVA]

Mein nächster Gegner (aus Lettland) scheint irgendwie nicht so den Plan zu haben.
Als ich ihn frage, ob er auch 9-4 steht, sagt er "i don't know... maybe... I think I lost about four rounds and won the rest... can be 9-4, yes"
"So we're playing for money, right?"
"Yes? I don't know..."
Und das, obwohl ich später bei Blick auf die Standings feststelle, dass er schon Pro Punkte hat.

Runde 1 legt er einen Bird, der einen Lava Dart abbekommt, ansonsten sehe ich bei ihm eigentlich nur Mountains und Forests. Nicht wirklich beeindruckend.

Flametongue Kave wird reingeboardet, weil ich denke, dass der ganz gut gegen Grün ist. Fehler, weil er nur Ravenous Baloth und Troll Ascetic hat, so dass ich meine eigenen Kreaturen burnen müsste.

Zudem hat er auf einmal schwarz und Pernicious Deed, so dass Pithing Needle deutlich besser gewesen wäre als ein Uncastbarer Flametongue Kavu. Jedenfalls reihten sich innerhalb kurzer Zeit drei Troll Ascetics und ein Ravenous Baloth nebeneinander auf, die mich dann in noch kürzerer Zeit auf 0 brachten.

Flametongue Kavus also wieder rausgeboardet, Needles rein und auf zum definitv letzten Spiel des Turniers.

Welches gut für mich beginnt, nämlich mit zwei Mulligans auf seiner Seite. Mehr Spells als Birds of Paradise hat er glaube ich nicht gecastet in dem Spiel. Den Judge, der den Result Slip unterschreibt, fragt er dann noch, ob dies die letzte Runde des Turniers gewesen sei und bestätigt so den Gesamteindruck.

Ach ja, er sagt auch, er hätte schon drei Boros Decks im Turnier geschlagen. Merkwürdig, wenn man den Erzählungen glaubt, haben etwa 90 % des Feldes ein extrem gutes Matchup gegen Boros Deck...

2-1, total 10-4.

was den 22sten Platz einbrachte sowie 250 $. Dingdingding! Bremer Gesamt-Earnings: 1050 $.

Das Highlight war noch der Essensgutschein, den Bodo für seine Top 8 Performance bekam. Dort war Platz für 6 Speisen und 18 Getränke. 6 Pizzen waren schnell geholt. Bodo holte 2 Cokes, dann ging Schraut hin bestellte eine und fragte, ob er noch zwei weitere bekäme. Natürlich, überhaupt kein Problem. Schließlich ging Hendrick hin und bestellte die restlichen 11 Getränke, ein Pappkarton dafür war auch "no Problem". Der Gutschein wurde dann schnell irgendwo vorne bei der Judges Station hingelegt und wir verzogen uns mit der fetten Beute Richtung Fähre in Rødby.


(P.S.: Wenn das hier ein Angestellter von Wizards of the Coast ließt: Diese für den Top 8 Spieler bestimmten Speisen und Getränke hat er selbstverständlich alle noch vor Ort verzehrt.)

Dann ging alles sehr schnell: Um 23.00 Uhr waren wir in Harburg, etwa eine Stunde später zuhause. Was bleibt ist die Geschichte: Und die Geschichte dieses Grand Prix ist mal wieder eine Bremer Erfolgsgeschichte.
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